Kann ein Kamado im Regen stehen?
- Keramik nimmt Feuchtigkeit auf, zu schnelles Aufheizen kann Risse verursachen
- Stelle den Kamado überdacht auf oder nutze eine passende Haube
- Haube nur auf einem völlig abgekühlten Kamado und für Belüftung sorgen
- Nach Regen oder Frost langsam aufheizen: eine Stunde bei etwa 100 °C
- Halte die Holzkohle trocken und achte auf Rost an Metallteilen
Das Wetter ist unberechenbar, und ein Kamado ist groß, schwer und steht oft einfach im Garten. Da liegt die Frage nahe: Kann ein Kamado im Regen stehen bleiben, oder muss er nach jedem Schauer ins Haus? Die ehrliche Antwort lautet, dass es halb so schlimm ist, solange du ein paar Dinge richtig machst.
In diesem Artikel liest du, was Feuchtigkeit mit deinem Kamado macht, wann eine Haube hilft und wann nicht, was du bei Schimmel im Inneren tust und wie du gut durch den Winter kommst.
Ein Kamado im Regen: was passiert mit der Keramik
Keramik ist ein poröses Material. Eine Glasur außen hält das meiste Wasser ab, aber die Innenseite von Dom und Feuerbox ist unbehandelt und kann Feuchtigkeit aufnehmen, vor allem über den offenen Deckel oder die Schieber. Solange diese Feuchtigkeit in Ruhe verdunsten kann, ist alles in Ordnung.
Zum Problem wird es erst, wenn der Kamado nass ist und du ihn schnell heiß machst. Feuchtigkeit dehnt sich beim Verdampfen aus und wird zu Dampf. Sitzt sie in der Keramik, kann das Material reißen. Das gilt auch für deinen Heat Deflector oder einen keramischen Pizzastein. Ein Schauer auf deinem Kamado ist also nicht schlimm, aber ein ganzes Wochenende im Dauerregen mit offenem Deckel und offenen Schiebern ist deutlich ungünstiger.
Die Lösung heißt nicht Panik, sondern Ruhe: Lass die Keramik zuerst trocknen und heize danach langsam auf. Mehr dazu liest du weiter unten.
Die Haube: wann ja und wann nein
Eine spezielle Kamado-Haube ist der einfachste Weg, deinen Kamado vor Regen zu schützen. Wähle eine, die zur Größe deines Modells passt, damit sie nicht flattert oder Wasser stehen lässt. Hauben und anderes Zubehör findest du bei den Kamado-Accessoires.
Beachte diese Regeln:
- Nur auf einem völlig abgekühlten Kamado. Eine Haube über einem heißen Kamado kann beschädigt werden oder sogar Feuer fangen.
- Sorge für Belüftung. Eine stramm sitzende, ganz geschlossene Haube hält Kondenswasser fest. Wähle ein Modell mit Lüftung oder hebe die Haube ab und zu an.
- Nimm die Haube ab, wenn es lange trocken ist. Sonst bleibt Feuchtigkeit darunter hängen und du bekommst Schimmel.
- Schließe Deckel und Schieber, bevor du die Haube darüberziehst, damit kein Regenwasser in den Dom läuft.
Hast du ein Überdach, einen Schuppen oder einen Carport? Das ist immer noch besser als eine Haube allein.
Schimmel im Kamado und wie du ihn wegbrennst
Ein Kamado, der lange geschlossen und feucht steht, kann innen schimmeln. Das sieht eklig aus, lässt sich aber meistens gut beheben. Am besten machst du einfach eine ordentliche Session daraus.
- Nimm den Rost und lose Teile heraus und wische sichtbaren Schimmel trocken mit Küchenpapier oder einer Bürste weg.
- Zünde den Kamado in Ruhe mit sauberer Holzkohle an. Verwende keine Reinigungsmittel auf der Keramik, denn sie ziehen ein.
- Heize auf etwa 100 °C auf und halte das eine Stunde, damit die Feuchtigkeit zuerst entweichen kann.
- Erhöhe danach in Schritten von 20 Grad auf 250 bis 300 °C und lass das ein bis zwei Stunden brennen. Die Hitze tötet den Schimmel ab und verbrennt Rückstände.
- Lass den Kamado vollständig abkühlen und fege die Asche weg.
So bleibt er künftig sauber: Lass den Deckel nach dem Abkühlen ein paar Zentimeter offen stehen oder belüfte die Haube, damit kein feuchtes, stehendes Klima entsteht.
Nasse Holzkohle und feuchtes Feuer
Regen auf dem Kamado ist eine Sache, feuchte Holzkohle ein anderes Problem. Nasse oder klamme Holzkohle lässt sich schwer anzünden, qualmt stark und brennt ungleichmäßig. Bewahre deine Holzkohle deshalb trocken auf: im Originalsack an einem trockenen Ort, niemals lose im Regen oder in einem offenen Eimer.
Ist doch etwas nass geworden? Breite es an einem trockenen, warmen Ort aus und verwende es erst, wenn es wirklich trocken ist. Gib niemals ein nasses Stück in ein laufendes Feuer: Es zischt, kühlt das Feuer ab und gibt deinem Essen einen unangenehmen Geschmack.
Frost und Winter
Der gefährlichste Moment für die Keramik ist eine kalte, nasse Phase. Gefriert das aufgenommene Wasser, dehnt es sich aus und das Material kann reißen. Ein Kamado, der im Winter draußen steht, muss deshalb so trocken wie möglich bleiben: überdacht, mit geschlossenem Deckel und einer gut belüfteten Haube.
Willst du im Winter grillen? Dann heize besonders langsam auf, eine Stunde bei etwa 100 °C, und erhöhe erst danach in kleinen Schritten. Ein kalter, feuchter Kamado verkraftet keinen schnellen Temperatursprung. Das gilt auch nach einer verregneten Woche im Frühjahr oder Herbst.
Metallteile, Untergestell und Beistelltisch
Regen betrifft auch alles rund um die Keramik. Metallscharniere, das Band um den Dom, die Schieber und der Rost können rosten, wenn sie lange nass bleiben. Trockne sie nach einer nassen Phase ab und reibe Scharniere und Schieber bei Bedarf leicht ein. Gusseiserne Teile solltest du ohnehin gut trocken halten, das siehst du auch bei den Gusseisen-Accessoires.
Hast du einen Kamado mit hölzernen Beistelltischen oder einem Holzgriff? Behandle das Holz mit Möbelöl. So bleibt die Farbe länger schön und das Wasser zieht nicht so schnell ein. Beistelltische lassen sich oft leicht vom Kamado nehmen und trocken lagern. Prüfe außerdem, ob das Untergestell gerade und stabil steht: Ein weicher, nasser Untergrund kann nachgeben, sodass der Deckel schief sitzt. Sorge für einen ebenen, festen Untergrund wie Fliesen.
Siehst du Feuchtigkeitsschäden, zum Beispiel Risse in der Keramik? Dann nimm Kontakt mit uns auf.





